Wir betreiben das bei unseren Kunden (natürlich nach Rücksprache und unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien) in Verbindung mit einer Thread-Detection und einem Alerting. Als kritisch eingestufte Threads isolieren automatisch den Host. Das geht natürlich etwas über die reine TLS-Inspection hinaus.
Wir haben tatsächlich immer wieder Erkennungen, die von der Firewall durch die TLS-Inspection unterbunden wurden. Der Ansatz ist für uns; wenn der AV-Client auf dem Endpunkt anschlägt, haben wir im Vorfeld an der Eingangstür etwas nicht beachtet.
Zu 1.: Da ja für spezifische Ziele Ausnahmen definiert werden müssen, gibt es hier auch kein Hickhack mit den Zertifikaten, da diese ja eine direkte Verbindung aufbauen. Aber auch hier gibt es verschiedene Ansätze, z.B. kann man Regeln für die spezifischen Ziele oberhalb der TLS-Inspection Policy ansiedeln, dann passiert da erstmal nix und man muss keine Ausnahme in der Inspection definieren.
Zu 2.: Vollkommen korrekt, dass muss natürlich im Vorfeld geklärt und absolut offen und transparent besprochen werden.
Zusammenfassend kann ich sagen, tatsächlich ist TLS-Inspection alleine kein Allheilmittel. In Verbindung mit weiteren Diensten ist es (meiner Meinung nach) ein durchaus nicht zu unterschätzender Benefit. Aber wie ich schon Anfangs erwähnt hatte, die Meinungen gehen in der Thematik berechtigterweise durchaus auseinander.