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Hyper-V Server Cluster


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55 Antworten in diesem Thema

#1 dermario2

dermario2

    Board Veteran

  • 1.421 Beiträge

 

Geschrieben 13. September 2009 - 10:23

Hallo,

ich habe mir nun einige Webcasts zum Thema Hyper-V Failover Clustering angesehen. Da ich bisher mit Cluster nichts zu tun hatte, habe ich nun ein paar Verständnisfragen. Ich würd mich freuen, wenn sich jemand von euch kurz die Zeit dafür nimmt!

1. Was ist ein Hyper-V Failover Cluster eigentlich? Bedeutet das, dass, sobald bei einem 2-Node Cluster ein Node ausfällt, der andere Node automatisch die virtuellen Server am Leben erhällt?
Wenn man auf Host1 (=Node1) jedoch den Stecker zieht, dann ist ja auch der Arbeitsspeicher weg. Was passiert dann mit der VM? Muss die dann einfach auf Host2 (=Node2) neu gestartet werden u. der Arbeitsspeicherinhalt ist futsch?

2. Folglich wäre dann eine VM auch nur auf einem Node "gleichzeitig" aktiv bzw. läuft sie nur auf einem Host, während der andere bereitsteht aber keine Ressourcen verbraucht?

3. Muss, damit ein zweiter Node bereitstehen kann, auf diesem die benötigten RAM-Ressourcen der VM zugewiesen sein? - Liegen also bei einer geclusterten VM mit 8GB RAM-Bedarf jeweils 8GB RAM ungenutzt auf dem inaktiven Node brach?

Besten Dank u. viele Grüße,
Mario.

#2 LukasB

LukasB

    Expert Member

  • 4.482 Beiträge

 

Geschrieben 13. September 2009 - 10:31

Wenn man auf Host1 (=Node1) jedoch den Stecker zieht, dann ist ja auch der Arbeitsspeicher weg. Was passiert dann mit der VM? Muss die dann einfach auf Host2 (=Node2) neu gestartet werden u. der Arbeitsspeicherinhalt ist futsch?


Genau so. Für die VM wirkt sich das gleich aus wie wenn du einem physikalischen Server ein Powercycle machst.

VMware hat da was besseres:
http://www.vmware.co...lization_wp.pdf

Aber mit massiven Einschränken (Single Core VMs)

2. Folglich wäre dann eine VM auch nur auf einem Node "gleichzeitig" aktiv bzw. läuft sie nur auf einem Host, während der andere bereitsteht aber keine Ressourcen verbraucht?


Ja.

3. Muss, damit ein zweiter Node bereitstehen kann, auf diesem die benötigten RAM-Ressourcen der VM zugewiesen sein? - Liegen also bei einer geclusterten VM mit 8GB RAM-Bedarf jeweils 8GB RAM ungenutzt auf dem inaktiven Node brach?


Nicht zwingend, nein. Aber wenn du das RAM benutzt kann er im Fehlerfalle natürlich die VM nicht wieder starten.

#3 Lian

Lian

    Moderator

  • 19.990 Beiträge

 

Geschrieben 13. September 2009 - 11:01

Wenn man auf Host1 (=Node1) jedoch den Stecker zieht, dann ist ja auch der Arbeitsspeicher weg. Was passiert dann mit der VM? Muss die dann einfach auf Host2 (=Node2) neu gestartet werden u. der Arbeitsspeicherinhalt ist futsch?

Wobei das schon ein Worst-Case-Szenario darstellt. Redundante Netzteile und USVen sind sowieso ein Must-have.

Die meisten Fälle, bei denen der aktive Host noch einigermaßen funktional ist, führen zB. unter Windows Server 2008 R2 Hyper-V Failover Clustering zu einer Live Migration, also einem Failover ohne Downtime der VM.

Zu 2. & 3.: Oder der die übrigen Nodes stellen weitere VMs bereit...
–––
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#4 Ramius

Ramius

    Member

  • 293 Beiträge

 

Geschrieben 14. September 2009 - 03:35

VMware hat da was besseres:
http://www.vmware.co....ization_wp.pdf

Aber mit massiven Einschränken (Single Core VMs)


Der große Unterschied ist meiner Meinung nach, dass FT sich VMware richtig bezahlen lässt, wohingegen Hyper-V Failover Cluster kostenfrei ist.

Ich würde eh bei einem Hyper-V Cluster mit min. 3 Node raten oder anders, je mehr Nodes desto besser :-)

Gruß
Ramius

#5 NilsK

NilsK

    Expert Member

  • 12.346 Beiträge

 

Geschrieben 14. September 2009 - 07:07

Moin,

Der große Unterschied ist meiner Meinung nach, dass FT sich VMware richtig bezahlen lässt, wohingegen Hyper-V Failover Cluster kostenfrei ist.


ein weiterer nicht ganz unwesentlicher Unterschied:* Alle derzeit erhältlichen "Fault Tolerance"-Lösungen für VMs unterstützen nur eine einzige virtuelle CPU in den geschützten VMs. Damit dürfte die Einsetzbarkeit des Features in der Praxis stark eingeschränkt sein - denn i.d.R. sind es gerade die High-End-VMs, die ich schützen wollen würde.

Das Problem ist auch nicht so leicht aus der Welt zu schaffen, denn bei Einsatz von mehr als einer CPU lässt sich für eine Steuersoftware nicht vorhersagen, auf welcher CPU die nächste Instruktion ausgeführt wird. Damit ist es dann aber unmöglich, die Instruktionen auf der "Spiegel-VM" nachzuvollziehen.

Im Übrigen steht Microsoft dem Vernehmen nach in OEM-Verhandlungen mit einem der Anbieter von FT-Lösungen.

Gruß, Nils
* Hm, wer gleich ganz liest, übersieht weniger. Darauf hat Lukas ja auch schon hingewiesen. Sorry - also nehmt meinen Hinweis als inhaltliche Ergänzung zu seiner Anmerkung.

Nils Kaczenski

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#6 dermario2

dermario2

    Board Veteran

  • 1.421 Beiträge

 

Geschrieben 14. September 2009 - 10:05

Danke für eure Antworten!

Hmm, das ist natürlich eine tolle Sache, zumal offenbar - Gegenargumente sind erwünscht - nichts gegen den Hyper-V R2 Server als Einsatzquelle spricht.

Dumm ist nur:
Jetzt habe ich endlich allen VMs eine eigene LUN zugeteilt (tlw. pass-through, tlw. fixed-vmhd) u. nun soll mit Cluster-Shared-Volume wieder alles zusammen auf einer LUN (bzw. VDisk) sein, um Live Migration zu ermöglichen. Verwaltungstechnisch ist das ein Wahnsinn, weil wir nicht einfach so ne zweite SAN herumliegen haben.

Spricht eigentlich irgend etwas gegen den Einsatz des kostenlosen Hyper-V R2 Servers im Vergleich zum Voll-Server mit Hyper-V Rolle in Core oder GUI-Version? Lizenztechnisch ist er ja sogar offener, weil clusterfähig.

Noch eine technische Frage: Ich habe 2 Windows Server mit Hyper-V Rolle installiert (1x WS08, 1x WS08R2). Beide Server haben 8 Cores. Bei WS08 kann ich den VMs nur 1, 2 od.4 CPUs zuweisen, beim WS08R2 1,2,3 u. 4 Cores. Bei beiden jedoch nicht (!) 8 Cores. Warum ist das so?

Danke u. viele Grüße,
Mario.

ps. Ein Bekannter hat noch zum letzten St. Patrick's Day davon geschwärmt, dass Microsoft 10 Jahre hinter VMWare herzieht. Ich habe ihn auf 1 Jahr korrigiert u. Kopfschütteln ausgelöst. Die Entwircklung ist überaus interessant! Hot-Plug CPUs u. RAM wären noch toll.

#7 LukasB

LukasB

    Expert Member

  • 4.482 Beiträge

 

Geschrieben 14. September 2009 - 10:15

Jetzt habe ich endlich allen VMs eine eigene LUN zugeteilt (tlw. pass-through, tlw. fixed-vmhd) u. nun soll mit Cluster-Shared-Volume wieder alles zusammen auf einer LUN (bzw. VDisk) sein, um Live Migration zu ermöglichen. Verwaltungstechnisch ist das ein Wahnsinn, weil wir nicht einfach so ne zweite SAN herumliegen haben.


Backup machen, ändern, zurückladen. Wenn man auf dem SAN keinen Platz für Umstrukturierungen hat ist man eh ein kleiner Laden wo man mal an einem Wochenende alles für ein paar Stunden abschalten kann.

Spricht eigentlich irgend etwas gegen den Einsatz des kostenlosen Hyper-V R2 Servers im Vergleich zum Voll-Server mit Hyper-V Rolle in Core oder GUI-Version? Lizenztechnisch ist er ja sogar offener, weil clusterfähig.


Nein, es ist grundsätzlich dasselbe wie wenn du den Server Core Enterprise dafür einsetzen würdest.

Noch eine technische Frage: Ich habe 2 Windows Server mit Hyper-V Rolle installiert (1x WS08, 1x WS08R2). Beide Server haben 8 Cores. Bei WS08 kann ich den VMs nur 1, 2 od.4 CPUs zuweisen, beim WS08R2 1,2,3 u. 4 Cores. Bei beiden jedoch nicht (!) 8 Cores. Warum ist das so?


Weil Hyper-V maximal 4 VCPUs pro VM unterstützt.

#8 Lian

Lian

    Moderator

  • 19.990 Beiträge

 

Geschrieben 14. September 2009 - 11:08

Hot-Plug CPUs u. RAM wären noch toll.

Hot-Add Memory Support in Windows Server 2003
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–––
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#9 Ramius

Ramius

    Member

  • 293 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 05:20

nun soll mit Cluster-Shared-Volume wieder alles zusammen auf einer LUN (bzw. VDisk) sein, um Live Migration zu ermöglichen

Live Migration benötigt nicht zwingend Cluster Shared Volumes (CSV), daher würde ich in deinem Fall erst mal darauf verzichten. Grundsätzlich hat CSV natürlich Vorteile gegenüber Einzeln-LUNs wie z.B. einfachere Erweiterbarkeit.

Verwaltungstechnisch ist das ein Wahnsinn, weil wir nicht einfach so ne zweite SAN herumliegen haben

Was Du Dir ggf. mal ankucken kannst ist Quick Storage Migration im SCVMM. Damit hast Du die Möglichkeit von Deinen Einzel-LUNs relativ smooth in Richtung CSV zu migrieren, natürlich brauchst Du trotzdem den entsprechenden Platz und ist ja anscheinend das Problem.

Spricht eigentlich irgend etwas gegen den Einsatz des kostenlosen Hyper-V R2 Servers im Vergleich zum Voll-Server mit Hyper-V Rolle in Core oder GUI-Version? Lizenztechnisch ist er ja sogar offener, weil clusterfähig.

Zusätzlich zu der Antwort von LukasB, muss Du Dir natürlich überlegen ob Du mit einem Server Core zurecht kommst und auch ob Dein gesamtes Management diesen bereits unterstützt.
Clusterfähig sind beide Varianten, nur die Frage ist wie Du die VMs lizenzierst :-) Und hier empfehle ich meistens einen Blick auf die Datacenter Edition zu werfen. Diese hat sich bei uns voll gerechnet.

Gruß
Ramius

#10 Lian

Lian

    Moderator

  • 19.990 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 05:51

Live Migration benötigt nicht zwingend Cluster Shared Volumes (CSV), daher würde ich in deinem Fall erst mal darauf verzichten.

Sprichst Du hier von Hyper-V Live Migration mit Server 2008 R2?
–––
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#11 Ramius

Ramius

    Member

  • 293 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 06:29

Ja :-)

Gruß
Ramius

#12 dermario2

dermario2

    Board Veteran

  • 1.421 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 06:51

Ja :-)


Wie soll das dann funktionieren?
Live Migration setzt ja auf ein (!) Cluster Shared Volume auf. Oder nennt man den Speicherort (=LUN), auf den alle Nodes Zugriff haben, anders?

#13 Lian

Lian

    Moderator

  • 19.990 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 06:53

Die beiden Techniken sind eng verzahnt und ergänzen sich gegenseitig, CSV zu nutzen ist kein Aufwand und sollte von vornherein aktiviert werden, um Live Migration optimal nutzen zu können.

Zurück zum Topic: Welche Hardware (Nodes & Storage) ist denn vorgesehen?
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#14 dermario2

dermario2

    Board Veteran

  • 1.421 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 07:18

Nun, im Wesentlichen wird ein Kunde zwei neue Server (DL380G6) mit verbauten 2,5" SAS Festplatten erhalten. Auf diesen soll EBS + 1 TS laufen (also insg. 5 VMs). Es gibt kein SAN. Nun wäre die "Best Practice" interessant, Ausfallsicherheit ist natürlich nie schlecht.

Vorweg: Nein, der Kunde will kein SAN, auch wenn es besser für ihn ist. :rolleyes:

Dank u. Gruß

#15 LukasB

LukasB

    Expert Member

  • 4.482 Beiträge

 

Geschrieben 15. September 2009 - 07:25

Ohne SAN keine Ausfallsicherheit.

Aber das Sizing ist schon interessant: Ich brauche einen DL380G6 schon für einen SBS...