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Datensicherung HDD Raid - Konzept


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Hallo!

Vor ca. sechs Monaten hatte ich das Thema HDD-Backup mal als Anfrage gestartet. In der Zwischenzeit habe ich mich intensiver mit dem Thema befaßt und aktuell das dritte Mal ein entsprechendes Sicherungsverfahren bei Kunden aufgebaut. Ich möchte meine sehr guten Erfahrungen hier weitergeben. Entscheidende Vorteile liegen m.E. in der sehr einfachen, transparenten Handhabung und im enormen Kostenvorteil über eine längere Laufzeit - wobei die bei z.Zt. maximal 3 Monaten Laufzeit nur hochgerechnet ist. Ich habe bewußt keine Fabrikate genannt; IDE-Raid-Controller mit passender Software werden reichlich angeboten, bei IDE-HotPlug-Wechseleinschüben hilft Freund Google. Die von mir verwendete Hardware könnt Ihr ggf. via PN erfragen.

 

Hardware:

1) Man nehme (*) je nach örtlichen Gegebenheiten den FileServer, einen zusätzlichen PC, eine geeignete Workstation mit einem freien 5 1/4 - FrontSlot und Platz für eine weitere interne 3 1/2 - Platte, einen zusätzlichen HotPlug IDE-RAID-Controller, acht IDE Festplatten 250 GB und

sieben HotPlug-IDE-Wechselplatten-Einschübe.

2) Der Raidcontroller, ein Wechselplatteneinschub werden eingebaut, ebenso eine der Festplatten intern.

3) Die interne Festplatte und der Wechselplatteneinschub werden am Controller angeschlossen, die interne Festplatte als Platte Nr.1, der Festplattenrahmen (später mit Einschub und Platte) als Platte Nr.2 in einem RAID-1-Spiegel.

 

Init:

1) Das System wird gestartet, der IDE-Raid-Treiber eingebunden (Bei Platten > 128 GB W2K ff. nötig, da EnableBigLBA).

2) Raid-Spiegel partitionieren und formatieren, Indexierung ausschalten, ggf. Komprimierung ein, Laufwerksbuchstaben zuweisen, Papierkorb auf "unabhängig" einstellen und beim neuen Laufwerk auf "sofort löschen".

3) Die restlichen Festplatten in die Einschübe montieren und beschriften: Montag - Freitag, Monat A, B, C

4) Je nach Controller die weiteren Platten initialisieren.

 

Software:

1) Batch / Script schreiben, mit dem die zu sichernden Ordner/Daten via Robocopy in den Raidspiegel kopiert werden. Je nach Sicherungsvolumen können dort noch Unterverzeichnisse als Ziele genommen werden; bei einem Volumen < 50 GB z.B. Unterverzeichnisse Montag, Dienstag ... Freitag, und die werden entsprechend dem Wochentag von der Batch / com Script aus adressiert.

2) Ggf. das Script via Taskplaner Mo-Fr zu einer Uhrzeit außerhalb der Geschäftszeiten aufrufen lassen, evtl. als Dienst einbinden.

3) Controller-Software installieren und/oder Bios so einstellen, daß sich das Raid automatisch regeneriert, wenn man die Wechseleinschub-IDE tauscht.

 

Betrieb:

1) Das Backup via Batch / Script wird außerhalb der Geschäftszeiten durchgeführt. Am nächsten Arbeitstag das Log checken.

2) Aktuellen Festplatteneinschub in den Wechselrahmen stecken und einschalten. Je nach (Controller-) Software dauert es jetzt eine Weile, bis das Raid restauriert ist. Entsprechend im Laufe des Tages

3) Den Festplatteneinschub wieder aus dem Wechselrahmen nehmen und ggf. im Panzerschrank verschließen.

4) Weiter bei 1 ...

 

... Fortsetzung in #2

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Kosten/Nutzen:

(ca., aktueller Stand, Nettopreise, eine Platte, ein Controller und 3 Wechseleinschübe zusätzlich als Reserve):

Festplatten 250 GB: 720,- (9*80,-); Wechseleinschübe: 200,- (7*20,-); Controller:80,- (2*40,-) = 1000,-

Dafür erhalte ich ein Backupsystem, für das keine Extrasoftware angeschafft werden muß, das bis zu 250 GB sichert und höchstwahrscheinlich 10 Jahre durchhält. In der Zeit benötige ich kein Band (was kostet z.B. ein 50 GB-Band, wie oft kann man es verwenden?) und ich habe immer zumindest ein heißes Backup, von dem ich ohne zeitaufwendige Band- und Dateisuche restaurieren kann. Naheliegend ist noch der Gedanke, das heiße Backup Usern RO für die je eigenen Dateien freizugeben. Wer sich dann eine Datei zerschießt (ist ja wohl der häufigste Restore-Anlaß), kann sich die Sachen selbst wieder in Ordnung bringen. Aber auch ohne diese Möglichkeit schätze ich, daß bei einem 100 User-Netz pro Jahr mindestens 100 Stunden (Backup) Administrationszeit und mindestens das Doppelte an Arbeitsunterbrechung gespart werden. Dann hätte sich die Sache schon nach 3 Monaten amortisiert.

 

Sonst noch:

Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, den 2. IDE-Kanal des Controllers mit zwei weiteren Wechseleinschüben zu verbinden, um dann z.B. Images, vorinstallierte Programme etc. auf weiteren Platten zentral unterzubringen und bei Bedarf via Freigabe einzuspielen.

Gegrüßt!

 

 

* Ich habe das mit einem ausrangierten 450er AMD/128 RAM, 8-GB Platte mit W2K WS durchgecheckt, läuft einwandfrei. Am (File-)Server läuft die RoboKopiererei natürlich am schnellsten, das tägliche Plattenwechseln am Server verursacht mir aber ein mulmiges Gefühl und auch die CPU-Belastung von 2%-5% beim Rebuild gehört berücksichtigt. Bei einer WS an einem Arbeitsplatz werden Sicherheitsaspekte relevant.

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@din,

die Sicherung vor äußeren Einflüssen habe ich hier außen vor gelassen (sieht man von "Panzerschrank") ab - und in meinen Fällen verfügen die Kunden über erstklassige Tresore. Prinzipiell gelten aber für Festplatten wie Bänder die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, auch bzgl. einer geeigneten aushäusigen Unterbringung.

Bei Deinem "gleich acht Stück" höre ich ein Fragezeichen bzgl. der am worst case entstehenden Kosten. Den gilt es 1. zu verhindern (s.o.), 2. sinken GByte-Preise bei HDDs im Gegensatz zu Tapes um ca. 25% p.a. und 3. bezahlst Du für ein 50 Giga Band, was Du 50* nutzen willst, auch so um die 30,- EUR. Und das ist nur reines V.-Material! Jetzt rechne noch den passenden Streamer, die Software und den OverAll-Zeitaufwand hinzu, dann kommst Du auf Zahlen, die Dich ebenso verblüffen, wie sie es bei mir taten.

Gegrüßt!

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