Hallo Thorsten,
ich versuche die Frage zu beantworten und glaube auch, dass Du meinen Ausführungen einigermaßen folgen kannst.
Zunächst möchte ich aber vorwegschicken, dass ich es gut finde, dass Du dich vorher informierst. Das machen leider viel zu wenige, auch unter uns Admins.
Los gehts:
Zuncähst zum grundsätzlichen Unterschied. Hier gabelt sich ein technischer Weg. Domain-Anmeldung und lokale Anmeldung ist die Anmeldung mit jeweils unterschiedlichen Benutzern. Auch wenn diese auf den gleichen Namen (beispielsweise Müller, im folgenden verwendet) lauten, so sind es für den Comupter 2 unterschiedliche Personen bzw. Userkonten. Diese Userkonten haben auch unterschiedliche SIDs. Dadurch bedingt, gibt es zunächst mal keine Gemeinsamkeiten der Userkonten, ausser vielleicht der Name. Aber der ist, wie man so schön sagt "Schall und Rauch"
Bei der Anmeldung legt der Rechner in beiden Fällen ein Userprofil an. Der lokal angemeldete Müller hat den Profilpfad c:\dokumente .. \müller während der an der Domäne angemeldete User Müller den Profilpfad c:\dokumente ..\müller.domänenname hat.
Diese Profil speist sich zunächst aus den Inhalten des Default-Profils unter c:\dokumente ..\default sowie den Dingen des jeweiligen User.
Meldet sich der User mit seinem lokalen Konto "Müller" nun lokal an, werden die lokalen Richtlinien des Computers auf den User angewendet.
Meldet sich der Domain-User "Müller" an der Domain an, bekommt er die Usereinstellungen von der Domain zugestellt. Etwaige lokale Einstellungen des lokalen Users "Müller" werden nicht berücksichtigt.
Die Reihenfolge bei der Anwendung der Gruppenrichtlinien-Objekte läuft nach folgenden Schema:
Einsatz von Windows XP Professional mit Service Pack 1 in einer verwalteten Umgebung (Anhang B : Informationsquellen für den Einsatz von Gruppenrichtlinien)
Ist der Computer Mitglied einer Domäne - und das ist er ja, sonst könnte man sich ja nicht als Domain-User anmelden

- ziehen Computer-Einstellungen nach demselben Schema.
Jetzt kommt es halt nur noch darauf an, was jeweils eingestellt ist. dabei addieren sich die Einstellungen, es zählt aber die letzte zugespielte Einstellung eines bestimmten Parameters , wenn hierfür vorher ein anderer Wert übergeben wurde.
Hierbei werden natürlich auch Registry-Schlüssel eingetragen/umgetragen, aber für jeden User separat.
Kurzfassung:
Der "echte" User Müller hat zwei für den Computer unterschiedliche Usereigenschaften, obwohl er ein und dieselbe Person ist (lokaler User/Domain User). Die Einstellungen des Users sind die Summe der zugestellten Parameter, nach Abarbeitung der oben genannten Reichenfolge. Jeder Benutzer hat sein eigenes Profil mit vom anderen Benutzer getrennt abgelegten Einstellungen.
Die Einstellungen des jeweiligen Users können natürlich auch das Verhalten des Rechners Einfluß nehmen. Ist beispielsweise der User domainname\müller in einer lokalen Gruppe, deren Rechte er benötigt?
Jedes einzelne Detail ist aber hier nicht zu besprechen. Das wäre zuviel verlangt
grüße
dippas