Zum Inhalt wechseln


Foto

VM Hochverfügbarkeit


  • Bitte melde dich an um zu Antworten
6 Antworten in diesem Thema

#1 shs201

shs201

    Newbie

  • 1 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 12:16

Hallo Zusammen,

 

Ich hatte gestern das Problem, dass sich ein Server in unserer Hyper-V Umgebung nicht mehr starten ließ. Die Maschine ist aus einem mir noch unerklährlichen Grund nachts neu gestartet und kam nicht mehr hoch. Die Datenrücksicherung hat auch nicht funktioniert, weil der Fehler anscheinend bereits in die Sicherung übernommen wurde. Dumm gelaufen. Also musste der Server neu installiert werden und wir konnten fast den ganzen Tag nicht auf die Software und Daten zugreifen, die auf diesem Gerät liefen.

 

Da wir unsere IT sowieso erneuern möchten versuche ich gerade diese Probleme abzufangen und habe mir folgendes überlegt. (Insgesamt geht es hier um 6 virtuelle Server)

 

  1. Hyper-V Cluster einrichten. Bei einem Absturz von VM1 soll VM2 auf dem 2. Host übernehmen.
  2. Um Punkt 1 umzusetzen muss ich ein zentrales Storage haben. Hierbei tue ich mich schwer. Kann dafür auch ein zusätzlicher Windows Server genommen werden? Wenn ja, wie stelle ich hier die Hochverfügbarkeit am besten sicher? Kann man einen Failover Fileserver mit Windows Boardmitteln einrichten, der die Daten vhds auf beiden Geräten speichert und im Falle des Ausfalls von File-Server 1, die VMs von File-Server 2 weiterlaufen lässt?

 

Ich hoffe jemand kann mir hier einen Denkanstoß geben, wie sowas zu realisieren ist. Ein Hyper-V Cluster bringt nichts, wenn die dahinterliegende Storage Plattform Probleme hat, dann fällt alles aus.

 

Wäre nett, wenn Ihr mir dazu was schreiben könntet.

Vielen Dank.



#2 Dukel

Dukel

    Board Veteran

  • 9.252 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 12:41

Ein Cluster für Virtuelle Maschinen sichert aber nicht gegen Probleme in den VM's ab. Wenn die VM nicht mehr startet wird diese auch auf dem zweiten Knoten nicht starten.

Ein Hyper-V Cluster sorgt dafür, wenn der eine Host ausfällt, werden die ganzen darauf laufenden Maschinen auf dem anderen Host neu gestartet.

 

Für eine Shared Storage gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine fertige Storage (iSCS oder FC (SAS soll auch Möglich sein)), ein Windows File Server Cluster (mit SMB 3.x) oder Converged (Hyper-V und Fileserver laufen auf der selben Hardware).

Aber dafür brauchst du 1. saubere Anforderungen und 2. am besten einen Dienstleister vor Ort der dich über das thema berät.


Stop making stupid people famous.


#3 mwiederkehr

mwiederkehr

    Junior Member

  • 128 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 12:51

Storage kannst Du mit Windows machen. Damit Du dann nicht vier Server (zwei Storage, zwei Hyper-V) hast, könntest Du es mit zwei machen. Das wäre dann hyper-converged: https://docs.microso...e-spaces-direct

 

Glaubt man den Marketingleuten, ist das die Zukunft. Habe das erst im Testbetrieb ausprobiert, aber bin skeptisch: man braucht allen Speicher mehr als doppelt und eine gute Netzwerkinfrastruktur. Ist also nicht grundsätzlich günstiger als shared storage.

 

Ich wende zwei Strategien an, um die Verfügbarkeit zu erhöhen:

1.) Bei grösseren Umgebungen oder wenn viel Speicher benötigt wird: zentraler Speicher (meist HP MSA oder wenn das Budget da ist 3PAR) und dann ein Cluster mit mehreren Hosts.

2.) Bei kleineren Umgebungen: zwei Hyper-V, welche die Server auf den jeweils anderen replizieren mit Hyper-V Replica. Gerne kann der zweite Server an einem anderen Standort sein. Die Replikate können je nach Bandbreite sehr aktuell gehalten werden. Aber ein Failover bedingt in jedem Fall einen Neustart der VM. Dafür können die Replikate von älteren Snapshots gestartet werden, also zum Beispiel so, wie sie vor einer Stunde waren.

 

In Deinem Fall hätte shared storage nicht geholfen. Du solltest Dir unabhängig vom Speicher Gedanken über die Rückhaltezeit der Backups machen. (Mit Hyper-V Replica kann man zwar auf alte Versionen zurück, aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Auch Schattenkopien sind ja kein Ersatz für eine Sicherung.)



#4 Dukel

Dukel

    Board Veteran

  • 9.252 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 13:08

Hyper-V Replica ist eine Disaster Recovery Lösung und keine für die Verfügbarkeit. Aber wie schon geschrieben müssen erst die Anforderungen stehen.


Stop making stupid people famous.


#5 Nobbyaushb

Nobbyaushb

    Board Veteran

  • 2.629 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 13:57

Und zusätzlich ist zu beachten, das man nicht alles als Replika laufen lassen kann / darf.

 

NICHT möglich mit Domänencontrollern und Exchange.

 

Unter ganz bestimmten Voraussetzungen darf man das bei SQL-Servern (ab MS SQL 2012)

 

Wir haben als zentrales Storage eine Storage-Virtualisierung, Datacore laufen.

Dann mit 4* 10GBe Glasfaser an die beiden Server im Hyper-V-Cluster (aktiv/aktiv), ein dritter mit etwas weniger RAM als Standby

 

Aber wie Nils immer so schön schreibt - Anforderungen definieren.

Ich bevorzuge bei Kunden das Gespräch vor Ort, Hochverfügbarkeit kostet einfach, fängt beim Strom an (redundante USVen, 2*), geht über redundante Kühlung und Monitoring weiter.

Da versickern ganz schnell mal 250 k €

 

;)


Mfg aus Bremen

 

Norbert (der andere :))

MVP Exchange Server


#6 Doso

Doso

    Board Veteran

  • 2.456 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 14:37

Hyper-V Cluster sichert den Ausfall des Hosts (z.B. der Hardware) aber nicht unbedingt der Anwendung/des Dienstes. Dafür braucht es dann weitere Hochverfügbarkeitslösungen. Wie das geht hängt sehr von der Anwendung ab. Evtl. geht es auch gar nicht.

 

Beispiel: Windows DHCP Server ab 2012 hat eine eigene Hochverfügbarkeitslösung eingebaut, genau wie Exchange Server. SQL Server gibt es mehrere Lösungen, eine davon ist Windows Failover Cluster. Für Web Anwendungen braucht es dann oft einen Load Balancer und eigene Sachen für die Datenbanken.

 

Oder ums kurz zu machen: Kann kompliziert und verdammt teuer werden. Und wie immer: Es kommt drauf an.


Bearbeitet von Doso, 12. Oktober 2017 - 14:39.


#7 NilsK

NilsK

    Expert Member

  • 12.334 Beiträge

 

Geschrieben 12. Oktober 2017 - 18:19

Moin,

 

wie die anderen schon sagten, hilft dir ein Host-Cluster bei einem Problem, wie du es hattest, nicht weiter. Sinnvoll wäre daher ein Verfügbarkeitskonzept, das die tatsächlich benötigten Geschäftsprozesse und Applikationen betrachtet und nicht die Hardware. Das bedeutet: Anforderungen definieren. Nur so lässt sich eine passende Lösung finden, und nur so lässt sich ein verfügbares Budget bestimmen.

 

Ich warne vor Schnellschüssen und Billiglösungen. Die bieten in aller Regel nur scheinbare Sicherheit.

 

Gruß, Nils


Nils Kaczenski

MVP Cloud and Datacenter Management
... der beste Schritt zur Problemlösung: Anforderungen definieren!

Kostenlosen Support gibt es nur im Forum, nicht privat!