Viel "besser" war das Statement des Präsidenten des türkischen Fußballverbandes (gesehen gestern in den Nachrichten). Auch hier KEIN Wort einer Entschuldigung oder etwas, das zumindest annähernd in die Richtung geht... Sondern nur, "die Schweizer waren auch unsportlich" und "die haben das mit ihrem Verhalten provoziert" und "müssen auch bestraft werden", bla, bla, bla!
Das hat mich ganz stark an ein kleines Kind erinnert "Mama, aber der hat angefangen". Wäre zumindest von dieser Stelle mal eine Entschuldigung für die Vorfälle gekommen, hätte zumindest der türkische Fußballverband wieder ein Stück gut machen können. Aber hätte, wäre, wenn.
So langsam kommt es mir vor als hätte das Ganze ein System. Nach dem Motto "zu Gast in der Türkei, verliert gegen uns und ihr seid Willkommen, ansonsten gibt es die Fresse voll".
Und zu den Anschuldigungen gegen den Schiedsrichter (im 2. Spiel): die Leistung war 1a, er hatte alles absolut korrekt gepfiffen!
Die Nummer 14 der Schweiz hat den Trainerassistenten der Schweiz beim verlassen des Stadions getreten, das sollte man auch nicht vergessen, wobei die Türkei die mehrzahl der Verstöße zu verbuchen hat - leider. Allgemein keine schönen Szenen. Ob es nun die Türkei oder sonst ein Land gewesen war ist eigentlich egal. So ein Verhalten muss mit Sanktionen belegt werden, auf UEFA-Ebene ist das schon vorgekommen, bei der FIFA wäre es ein Novum. Hört euch mal den Kommentar von WDR2 an, der war eigentlich ganz gut: http://www.wdr.de/cgi-bin/mkram?pnm:...xt_sport_rw.rm
Wenn dann jetzt hier einige superschlaue und supertolerante Leute zum Blabla aufrufen es sei doch alles nicht so schlimm... und man darf das doch nicht verallgemeinern... dann sage ich nur: Die Sache sollte man sehr wohl ernst nehmen!!!
Mir scheint als nicht-türkischer Schweizer, der am Mittwochabend nahe am Herzinfarkt mitgelitten und auch innerlich gekocht hat, dass einige Leute auf ein solches Ereignis nur gewartet haben, um jetzt ebenso fanatisch zurückzuschlagen: Wir haben es schon immer gewusst! Das ist eine Haltung, die meist daraus entsteht, dass man sich für besser hält. Einfach als genereller Einwurf in eine gehässige Diskussion, die am Ende gar nichts bringt: Warum sind immer nur die anderen fanatisch?
Natürlich wird es Sanktionen und Strafen geben, und selbstverständlich sind diese aufgrund des Mittwochabends gerechtfertigt. Aber es gilt juristisch bis zum Urteil die Unschuldsvermutung, auch wenn die Tatsachen allzu offensichtlich scheinen. Alles andere ist Lynchjustiz.
Ich möchte mich hier noch einmal wiederholen: MIR geht es nicht NUR um die Ereignisse selbst, sondern auch (und vor allem) um das Verhalten offizieller Stellen! DAS ist es was mich kochen läßt!
Es sind viele Fehler passiert, die man nicht mehr rückgängig machen kann (leider). Aber: man MUSS doch zu den Fehlern stehen und zumindest versuchen diese wieder gut zu machen! Oder ist das zu viel verlangt? Und vor allem müssten die Verantwortlichen intern zur Rechenschaft gezogen werden.
Hiervon ist jedoch NICHTS passiert!
Und wenn das die Art und Weise ist wie sich die Türkei (sei es sportlich oder politisch) nach Außen repräsentiert, dann sollte man wirklich gründlich darüber nachdenken, ob die Türkei in die EU passt!
Wieso?
Sowohl über den Sport als auch über die Politik repräsentiert sich ein Land auf eine gewisse Art und Weise.
Und bei diesem Ereignis hat sich die türkei in sportlicher Hinsicht sehr schlecht dargestellt!
Und so wie das da gelaufen ist frage ich mich was passiert, wenn die Türkei einmal EU-Mitglied sein sollte und vom Parlament eine Entscheidung getroffen wird, die der Türkei nicht passt. Werden dann im Parlament abgeordnete verprügelt, rollen gleich die Panzer?
Versuche doch nicht wieder Deinen alten (geschlossenen) Thread auf diese Art und Weise weiterzuführen. Es geht um Sport und um Nichts weiter, also nicht alles über einen Kamm scheren.