Hallo,
gleich hier hinter der Grenze in den Niederlanden ist es üblich, (zunächst) bei einer Zeitarbeitsfirma zu arbeiten. Wenn man dann eine Weile bei einer Firma eingesetzt wurde und man selbst und die Firma etwas Längerfristiges als vorteilhaft ansehen, kommt es zu einer "Übernahme". Da ist nichts Anrüchiges dabei. Bei uns haben (ob zu Recht oder nicht, möge außen vor bleiben) die Zeitarbeitsfirmen noch den Flair der "Seelenverkäufer" aus den 70ern.
Meine eigenen Erfahrungen mit Zeitarbeitsfirmen stammen aus der Zeit meines Studiums - und sie sind bis auf eine Ausnahme sehr, sehr schlecht. Schleppende Bezahlung, abhängig davon, ob ich überhaupt eingesetzt werden konnte (Aufträge), Auslöse, Feiertagszuschläge berechnet aber nicht ausbezahlt ...
Wollte ich heute den Vorteil abwechslungsreicher Tätigkeit an verschiedenen Einsatzorten incl. mannigfacher Lernmöglichkeiten nutzen, wäre ein Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma für mich wohl erste Wahl. Aber ich würde vorher intensive Recherchen über die Firma starten - dazu gehörte auch, Mitarbeiter und Kunden ausfindig zu machen und dann direkt nachzufragen. Aufschlußreich ist auch die Frage, ob in der ZA-Firma ein internes Qualitätsmanagement existiert.
Die Bandbreite, die ich aktuell (im sozialen Bereich) erlebe, ist enorm. Allerdings ist auch die Überlebensdauer unseriöser ZA-Firmen nicht sehr groß. Für gute, seriöse gibt man gerne "ein wenig mehr" aus und beauftragt sie beim nächsten Engpaß bevorzugt. Ob oder zu welchem Teil die das dann ihren MA zukommen lassen, weiß ich nicht.
Gegrüßt!
Ich hatte mich im Jahr 2005 aus Verzweiflung bei einer Zeitarbeitsfirma vorgestellt. Doch ich musste sehr schnell feststellen, dass dies für mich nur dann eine Alternative ist, wenn wirklich gar nichts anderes mehr geht - sprich bevor ich in Hartz IV abrutsche.
Sehr üble Bezahlung (heute verdiene ich als Angestellter das Doppelte!), äußerst ungewisse Zukunft, den so toll beworbenen Klebeeffekt kann man völlig vergessen, häufige Regionalwechsel möglich (=ständige Umzüge oder halt auf eigene Kosten pendeln) usw.
Es gibt aber auch positive Beispiele. Ein Bekannter von mir ist seit kurzer Zeit bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt die ordentlich bezahlt, danach schaut, dass die Leute in Sachen Schulungen immer auf dem aktuellen Stand sind, das Betriebsklima ist sehr gut, die Arbeit macht Spaß.
Von daher denke ich, dass man Zeitarbeitsfirmen nicht generell verteufeln sollte, für mich persönlich ist das jedoch wie erwähnt keine Alternative...