Im Prinzip richtet sich die Frage an Dr.Melzer, ich möchte sie jedoch öffentlich stellen, damit die Antwort den Board-Mitgliedern zugänglich ist.
Wenn ich in einem Perimeter-Netzwerk einen alleinstehenden Windows Server 2003 einrichte, der ausschliesslich für externe Zugriffe auf WSUS dient (Aktualisierung von Zweigstellen):
- Welche Lizenzen sind nötig?
- Gibt es lizenzrechtlich Unterschiede, wenn ich anstelle einer Standard- die Web-Version einsetze?
- Wie ändert sich die Lizenzierung, wenn die Zugriffe über VPN und mit Authentifizierung erfolgen?
- Und wie, wenn der WSUS-Server in der Standard-Edition gleichzeitig DC seiner eigenen Domäne wird, um die Authentifizierung über AD/Zertifikate abzuwickeln?
Erst mal brauchst du eine Windows Server 2003 Lizenz für den Server auf dem der WSUS Server laufen soll.
Jeder Rechner der auf ihn zugreift benötigt eine Windows CAL. da jedoch davon auszugehen ist dass die Rechner eh in Windowsdomänen stehen und somit schon Windows CALs besitzen.
Der WSUS Server selbst ist lizenzfrei.
Wie die Clients auf ihn zugreifen (VPN, direkt Authentifiziert oder nicht, ...) ist egal.
Noch ein kurzes Nachhaken:
- Darf die Domäne, in der zugreifende Windows-Rechner stehen, eine beliebige sein, also auch eine firmenfremde? Szenario: In der Fima X steht ein WSUS-Server, der die Aktualisierungen von einem WSUS-Server der Firma Y (externer Dienstleister) bezieht.
- Was ist mit einzelnen Windows-XP-Stationen, die nicht in einer Domäne sind (Heimbüro), aber ebenfalls über den WSUS-Server des Dienstleisters Y mit Aktualisierungen versorgt werden? Muss in diesem Fall auf dem dezidierten WSUS-Server eine CAL für diesen Zugriff bereitgestellt werden?
- Darf die Domäne, in der zugreifende Windows-Rechner stehen, eine beliebige sein, also auch eine firmenfremde?
Nein das darf sie nicht, denn die Lizenzen (in dem Fall die WQindows CALs) gelten nur für die Domäne, welche dem inhaber des Lizenzvertrages gehört. Er darf sie nur für sich selbst nutzen.
Du musst als für jede Domäne oder jeden Kunden einen eigenen WSUS Sewrver aufsetzen.
Zitat von dmetzger
- Was ist mit einzelnen Windows-XP-Stationen, die nicht in einer Domäne sind (Heimbüro), aber ebenfalls über den WSUS-Server des Dienstleisters Y mit Aktualisierungen versorgt werden? Muss in diesem Fall auf dem dezidierten WSUS-Server eine CAL für diesen Zugriff bereitgestellt werden?
Ja klar und zwar von demjenigen der Die Lizenzen für die Domäne hat und für den diese rechner arbeiten.
Danke vielmals. Jetzt ist alles klar. Für meinen Fall brauche ich also CALs, denn es geht um Zugriffe aus fremden Domänen. Dort steht jeweils ein Server mit WSUS, der Aktualisierungen von meinem dezidierten externen WSUS-Server holt, wo sie geprüft und anschliessend freigegeben werden. Die Server in den fremden Domänen übernehmen automatisch die Freigaben und die lokale Verteilung. Das bedeutet: 1 CAL pro fremde Domäne, da jeweils nur je ein Server aus diesen fremden Domänen auf meinen WSUS zugreift.
mich interessiert dieses Thema auch. Wo bekomme ich denn detailierte Infos her über die Lizenzvergabe her? Wie siehts z.B. aus, wenn es verschiedene Teilfirmen in der Unternehmensgruppe gibt?
Das bedeutet: 1 CAL pro fremde Domäne, da jeweils nur je ein Server aus diesen fremden Domänen auf meinen WSUS zugreift.
Das ist nicht richtig.
Du brauchst eine CAL je Gerät, denn das Bündeln von Anfragen reduziert nicht die Anzahl der benötigten CALs.
Hier der entsprechende Auszug aus den Nutzungsrechten:
Multiplexing.
Hardware oder Software, die Sie für Folgendes verwenden:
• Zusammenfassen von Verbindungen
• Umleiten von Informationen
• Verringern der Anzahl der Geräte oder Nutzer, die direkt auf das Produkt zugreifen oder
es verwenden, oder
• Verringern der Anzahl der Geräte oder Nutzer, die das Produkt direkt verwaltet,
(manchmal als „Multiplexing“ oder „Pooling“ bezeichnet), verringert nicht die Anzahl der erforderlichen Lizenzen.
mich interessiert dieses Thema auch. Wo bekomme ich denn detailierte Infos her über die Lizenzvergabe her? Wie siehts z.B. aus, wenn es verschiedene Teilfirmen in der Unternehmensgruppe gibt?
Das müsstest du schon etwas genauer spezifizieren.
Ich meinte eine Art Holding-Modell mit einer Dachgesellschaft. Die einzelnen Unternehmen werden von einer Gesellschaft verwaltet. Vielleicht sogar schon ein kleiner Konzern. Alle - ich nenne sie Teilfirmen - treten nach außen hin selbstständig auf. Jetzt erbringen wir natürlich nicht nur für das Mutterunternehmen leistungen, sondern auch für die anderen Teilfirmen. hingegen sind alle in der gleichen Domäne. Aber im Grunde sind es Kunden aus einer anderen Firma.
Eine bessere Erklärung fällt mir da zur Zeit leider nicht ein..
Was den WSUS angeht ist es relativ einfach. Für jeden der Clients muss eine Server 2003 CAL vorhanden sein (was eh nötig ist das der WSUS in der Regel in Windows Netzen eingesetzt wird).
Ansonsten sind für den WSUS keine Lizenzen notwendig, da er Kostenfrei ist.
Bei einem Firmengeflecht wie du es ansprichst ist es aber mit allen anderen Lizenzen sehr tricky. Hier würde ich dir empfehlen einen MS Software Asset Management Partner dazu zu konsultieren.